{"id":94,"date":"2017-02-11T13:11:14","date_gmt":"2017-02-11T12:11:14","guid":{"rendered":"http:\/\/ns-wissenschaft.fheh.org\/?page_id=94"},"modified":"2020-01-06T16:51:38","modified_gmt":"2020-01-06T15:51:38","slug":"max-bense-journalistische-und-philosophische-beitraege-zwischen-1930-und-1950","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/ns-wissenschaft.fheh.org\/?page_id=94","title":{"rendered":"Max Bense \u2013 Journalistische und philosophische Beitr\u00e4ge zwischen 1930 und 1950"},"content":{"rendered":"<p>Bearbeiterin: <a title=\"Skowronski, Alexandra\" href=\"http:\/\/fheh.org\/?page_id=2278\">Alexandra Skowronski<\/a><\/p>\n<p>Das Projekt konzentriert sich auf die fr\u00fchen journalistischen und philosophischen Texte Max Benses aus den Jahren 1930 bis 1950. Bense steht hier als signifikantes Beispiel f\u00fcr jene Akteure im Fokus, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus als ambitionierte Schriftsteller und Publizisten erfolgreich um akademische und gesellschaftliche Visibilit\u00e4t bem\u00fcht haben, die dabei aber weder als erkl\u00e4rte Regimegegner noch als Kollaborateure oder gar NS-Ideologen in Erscheinung traten.<\/p>\n<p>1937 bei Oskar Becker und Erich Rothacker in Bonn \u00fcber \u201eQuantenmechanik und Daseinsrelativit\u00e4t\u201c promoviert, versuchte Bense neben seiner Anstellung in der Industrie als wissenschaftsjournalistischer und philosophischer Schriftsteller zu re\u00fcssieren. Entsprechend verfasste er in den 1930er und 1940er Jahren ein breites Spektrum an Aufs\u00e4tzen und monographischen Texten: Vornehmlich in der <em>K\u00f6lnischen Zeitung<\/em>, aber auch in Organen wie etwa der <em>Europ\u00e4ischen Revue<\/em> oder der Wochenzeitung <em>Das Reich<\/em> ver\u00f6ffentlichte Bense zahlreiche Beitr\u00e4ge zur modernen Physik und Mathematik sowie Besprechungen geisteswissenschaftlicher Schriften. Zugleich publizierte er etliche umfangreichere philosophische Essays und Lehrb\u00fccher: So polemisiert er etwa in der wortgewaltigen Schrift <em>Anti-Klages oder Von der W\u00fcrde des Menschen<\/em> (1937) gegen den popul\u00e4ren Lebensphilosophen Ludwig Klages, pl\u00e4diert in dem hermetisch erscheinenden Text <em>Die abendl\u00e4ndische Leidenschaft oder Zur Kritik der Existenz<\/em> (1938) f\u00fcr eine Form der Synthese von Geist und Leben, schreibt <em>Vom Wesen deutscher Denker oder Zwischen Kritik und Imperativ<\/em> (1938), bezieht in <em>Aus<\/em><em> der Philosophie der Gegenwart<\/em> (1941) Stellung zur zeitgen\u00f6ssischen Philosophie oder beteiligt sich u.a. mit <em>S\u00f6ren Kierkegaard. Leben im Geist<\/em> (1942) an der Kierkegaard-Renaissance der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Diese fr\u00fchen Arbeiten des kaum 30-j\u00e4hrigen Bense sind bislang nur punktuell bekannt und beispielsweise in der vierb\u00e4ndigen Ausgabe ausgew\u00e4hlter Schriften (Max Bense: Ausgew\u00e4hlte Schriften in vier B\u00e4nden. Herausgegeben und mit Einleitung, Anmerkungen und Register versehen von Elisabeth Walther, Stuttgart 1997\/98) nahezu g\u00e4nzlich ausgeklammert. Das Korpus erlaubt allerdings symptomatische Einblicke, nicht nur in die \u201ageistige Biographie\u2018 Benses, sondern auch in die Konstellationen von \u201aGeist\u2018 und \u201aMacht\u2018 zwischen 1933 und 1945, denn Bense hatte sich mit seinen Texten nicht zuletzt an aktuellen, mitunter scharf gef\u00fchrten Debatten beteiligt und war in diesen Jahren gut mit zeitgen\u00f6ssischen Dichtern, Wissenschaftlern und Intellektuellen vernetzt gewesen.<\/p>\n<p>In der Dissertation erfolgt die Lekt\u00fcre seiner Texte weder mit ideologiekritisch oder gar apologetisch motiviertem noch mit genuin philosophiehistorischem Interesse. Vielmehr konzentriert sich die Arbeit vor dem Hintergrund des kontroversen Wissenschaftsbegriffs und der weltanschaulichen Heterogenit\u00e4t des Nationalsozialismus in literaturwissenschaftlich informierter Perspektive auf die publizistischen, argumentativen und rhetorischen Strategien, mit denen Bense sich und seiner Agenda im \u201e\u00dcberzeugungssystem\u201c Nationalsozialismus Geh\u00f6r zu verschaffen suchte. Dabei stehen verschiedene thematische Schwerpunkte wie etwa Benses fortw\u00e4hrender Bezug auf Nietzsche und Kierkegaard, seine Affinit\u00e4t zu den aktuellen Entwicklungen in den Naturwissenschaften und seine gattungstheoretischen Reflexionen \u00fcber den Essay im Zentrum. Das Erkenntnisziel der Arbeit besteht nicht zuletzt darin, anhand eines signifikanten Beispiels Aussagen \u00fcber Verhaltensstrategien und Karrierewege w\u00e4hrend des Nationalsozialismus zu treffen sowie spezifische Strukturen und Funktionen weltanschauungsliterarischen und essayistischen Schreibens zwischen 1933 und 1945 herauszustellen.<\/p>\n\n\n<p>Publikationen: <\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/ns-wissenschaft.fheh.org\/?page_id=19\">Alexandra Skowronski<\/a>: Max Benses Abendl\u00e4ndische Leidenschaft (1938) oder zum Verh\u00e4ltnis von Philosophie und Politik im Nationalsozialismus, in: <a href=\"http:\/\/ns-wissenschaft.fheh.org\/?page_id=29\">Andrea Albrecht<\/a>\/<a href=\"http:\/\/ns-wissenschaft.fheh.org\/?page_id=19\">Alexandra Skowronski<\/a>\/Masetto Bonitz\/Claus Zittel (Hg.), Max Bense \u2013 Werk, Kontext, Wirkung, Stuttgart 2019, S. 11-41. <a href=\"https:\/\/www.springer.com\/de\/book\/9783476047526\">Link zur Verlagsseite<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bearbeiterin: Alexandra Skowronski Das Projekt konzentriert sich auf die fr\u00fchen journalistischen und philosophischen Texte Max Benses aus den Jahren 1930 bis 1950. 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